Die St. Georgskirche in Böblingen ist eine mittelalterliche Wehrkirche und das älteste Gebäude der Stadt. Sie zeugt von der bewegten Geschichte Württembergs im Zeitalter der Reformation.

Geschichte der Kirche

Die St. Georgskirche wurde im 15. Jahrhundert als gotische Wehrkirche errichtet. Der massive Turm diente sowohl als Kirchturm als auch als Verteidigungsturm – die Kirche war Teil der Stadtbefestigung. Wehrkirchen waren im Mittelalter in Süddeutschland verbreitet, da sie in Krisenzeiten der Bevölkerung als Zufluchtsort dienten.

1534 wurde in Württemberg unter Herzog Ulrich die Reformation eingeführt. Die St. Georgskirche wurde evangelisch. Württemberg wurde eines der wichtigsten protestantischen Territorien im Heiligen Römischen Reich und blieb über Jahrhunderte lutherisch. Die Kirche war die Hauptpfarrkirche Böblingens und ist es bis heute.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Böblingen 1944 durch einen Bombenangriff schwer zerstört. Die Kirche brannte aus, aber der Turm und die Außenmauern blieben erhalten. Der Wiederaufbau erfolgte in den 1950er Jahren.

Geschichte der Stadt Böblingen

Böblingen wurde 1291 von Graf Eberhard von Württemberg gegründet und entwickelte sich zu einer württembergischen Amtsstadt. Am 12. Mai 1525 fand hier die Schlacht von Böblingen statt, in der das Heer des Schwäbischen Bundes die aufständischen Bauern im Bauernkrieg vernichtend schlug. Dieser Bauernkrieg stand in Zusammenhang mit den sozialen Unruhen, die durch die Reformation mitausgelöst worden waren.

Heute hat Böblingen etwa 50.000 Einwohner und liegt am Rand des Schwarzwalds. Die Stadt ist ein wichtiger Standort der IT-Industrie – hier befindet sich das IBM-Geschäftszentrum und das größte US-Militärgelände in Süddeutschland (Panzer-Kaserne).

Besucherinformation

Adresse: Kirchplatz 1, 71032 Böblingen

Öffnungszeiten: Nach Ankündigung

Eintritt: Frei

Anfahrt: S-Bahn Böblingen, 10 Min. zu Fuß

Sehenswertes in der Nähe: Schloss Böblingen, Stadtsee, Schwäbisches Bauernhofmuseum, Sindelfingen.