Die St. Sebalduskirche ist eine der beiden großen mittelalterlichen Hauptkirchen Nürnbergs und eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke in Bayern. Sie ist nach dem Stadtheiligen Sebaldus benannt und war die Kirche des Nürnberger Patriziats.
Geschichte der Kirche
Die St. Sebalduskirche wurde ab 1225 als romanische Basilik erbaut und im 14. und 15. Jahrhundert zu einer gotischen Hallenkirche erweitert. Der Bau dauerte 300 Jahre – bis 1525 – und zeigt daher die gesamte Entwicklung der Gotik. Die Kirche war die Hauptkirche der nördlichen Altstadt Nürnbergs, während St. Lorenz die südliche dominierte.
1525 wurde Nürnberg als erste freie Reichsstadt offiziell evangelisch. Die Reformation wurde hier durch Andreas Osiander eingeführt. Beide Hauptkirchen – Sebaldus und Lorenz – wurden evangelisch. Nürnberg war eine Hochburg der Reformation und zugleich ein Zentrum der Druckkunst, die die Verbreitung der reformatorischen Schriften ermöglichte. Albrecht Dürer, der berühmteste Künstler Nürnbergs, sympathisierte mit der Reformation.
Das bedeutendste Kunstwerk im Inneren ist das Sebaldusgrab, ein Bronze-Denkmal, das der Nürnberger Goldschmied Peter Vischer d. J. zwischen 1507 und 1519 schuf. Es ist eines der herausragenden Werke der deutschen Renaissance. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer beschädigt, aber nach 1945 restauriert.
Geschichte der Stadt Nürnberg
Nürnberg wurde 1050 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich im Mittelalter zu einer der wichtigsten freien Reichsstädte des Heiligen Römischen Reiches. Die Reichstage fanden hier statt, und die Reichskleinodien wurden in Nürnberg aufbewahrt. Die Stadt war ein Zentrum von Kunst, Wissenschaft und Handwerk – Albrecht Dürer, Hans Sachs und Veit Stoß wirkten hier.
Im 20. Jahrhundert wurde Nürnberg von den Nationalsozialisten für die Reichsparteitage instrumentalisiert. Nach dem Krieg fanden hier die Nürnberger Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher statt. Heute ist Nürnberg eine lebendige Großstadt mit etwa 520.000 Einwohnern, bekannt für den Christkindlesmarkt und ihre historische Altstadt.
Besucherinformation
Adresse: Winklerstraße 26, 90403 Nürnberg
Öffnungszeiten: Montag–Samstag 9–16 Uhr, Sonntag nach dem Gottesdienst
Eintritt: Frei (Spenden erbeten)
Anfahrt: U-Bahn Lorenzer Kirche, 2 Min. zu Fuß
Sehenswertes in der Nähe: Kaiserburg, St. Lorenz, Albrecht-Dürer-Haus, Hauptmarkt, Germanisches Nationalmuseum.